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Nordost-Passat gibt’s nicht

…es ist nur ein blödes Gerücht!

Schon wieder sind gut sechs Wochen vergangen! Wir lassen die schöne Zeit mit den Kindern noch einmal Revue passieren und geben uns dann einen Ruck. Viele Kleinigkeiten sind für die kommenden, kurzen Überfahrten vorzubereiten. Heinz hat Recht: binnen weniger Stunden an Land ist man Lichtjahre von “seeklar” entfernt. Der Wetterbericht sagt weiterhin untypischen, reinen Ostwind voraus, was auf den kommenden Kursen keine Hilfe sein wird. Unser lieber Seenomade Wolfi war der Einzige, der gemeint hat, auf den Antillen würde es von Südost nach Nordwest leichter gehen, aber wir haben das nicht so ernst genommen. Naja, wer nicht hören will…

Irgendwann werfen wir trotzdem die Leinen los, ankern noch eine Nacht und laufen um 0300 aus. Unser Ziel, als Kompromiss auf dem Weg nach Guadeloupe, ist St. Kitts. Hoch am Wind können wir die Insel zwar anliegen, verfangen uns aber dicht unter Land in einem halb untergegangenen Treibnetz (Dinghi bei Welle ins Wasser, Draht abzwicken, Reste aus dem Propeller ziehen…) und müssen schließlich noch stundenlang bis zur Hauptstadt Basseterre kreuzen. Hier verbringen wir die bisher elendste Nacht vor Anker, die Teller fliegen in der Dünung vom Tisch.

Diese charmante Insel trifft schon eher unsere Vorstellungen von der Karibik. Abgesehen vom täglichen Kreuzfahrtschiff gibt’s (noch) so gut wie keinen Tourismus.

Freundliche Rastas, unglaublich laute Musik, hohe vulkanische Berge, bedeckt mit Regenwald, und meist viel Wind. Sie blickt auf früheren Reichtum durch die Produktion von Rohrzucker zurück, natürlich mit englischen Besitzern und afrikanischen Sklaven. Heute ist St. Kitts (eigentlich St. Christopher) unabhängig, kämpft mit vielen Parteien um demokratische Strukturen und gegen hohe Auslandsverschuldung. Irgendwie geht’s aber offensichtlich, denn alle scheinen ziemlich glücklich und an der hiesigen Uni studieren auch Amerikaner.

Weil weiterhin bis 30 kn Ostwind angesagt sind, und auch weil wir im Museum liebe Leute aus Kärnten bzw. Laßnitzhöhe (!) kennengelernt haben, die hier wohnen und uns zu phantastischen Steaks einladen, verschieben wir die Weiterfahrt noch um einige Tage.

Wir bleiben in Kontakt

Uli & Peer

2 Comments

  1. Gabriele Pammer says:

    LIebe Uli, lieber Peer!
    Danke für die lebendige Beschreibung Eurer wunderbaren Reise! Ich genieße jede Zeile und fühle mich beim Lesen als ob ich dabei wäre 🙂 !
    Einen herzlichen Gruß aus Österreich und ich drück Euch ganz fest!
    Gabi

  2. Heinz says:

    Werte Voodoosegler,
    vorerst darf man zur Rückkehr einer gesunden Uli gratulieren.
    Auch soll mir erlaubt sein eine Frage zu stellen.
    Was kostet der Flug Karibik Graz?
    Immer zweifingerhoch Metaxa im Glas
    Heinz vd SJ LISA

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