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Wie ein Schmetterling

sieht die Insel Guadeloupe von oben aus…

…wobei noch zu klären wäre, warum der westliche Flügel, der mit den hohen Bergen, “Basseterre”, also niedriges Land, und der östliche, kleinere Teil “Grande Terre” genannt wird.

Wie auch immer – manchmal bleiben die Franzosen rätselhaft. Insgesamt haben wir die Grande Nation aber immer schon gemocht und verehrt und wir genießen daher den Aufenthalt hier. Natürlich schadet’s im Großraum Frankreich nicht, ein wenig Französisch zu können – das kennt ihr ja sicher.

Der Preis für ein Monat im Hafen “Bas du Fort” ist sehr fair, wir treffen mehrere alte (Andrea und Isa mit ihrer schönen “Creuza di Mä”, Herbert und Petra mit ihrer genialen Ketsch “Kallisto”, Jürgen mit seiner etwas gebeutelten “Hanta Yo”) und auch neue Freunde aus aller Herren Länder, manche mit Kurs Panama, Trinidad oder Norden, manche bereiten mit Herzklopfen die Rückreise nach Europa vor.

Auf Voodoochile stehen etliche Reparaturen an, wofür es hier in Pointe a Pitre gute Möglichkeiten gibt. Da Uli mit vollem Terminkalender heimfliegen muß (übrigens – sollte jemand von Euch überlegen – nur knapp 400,- Euro bis Paris und zurück), bleibe ich die nächsten vier Wochen allein am Boot und versuche, mich sinnvoll zu beschäftigen. Restaurants und vor Allem Tschik sind zu teuer (Marlboro 7,30 EUR!), also gibt’s Dosenfutter und teilweise Wuz’ltabak. Zum Kochen bin ich ohnehin zu faul.

Es ist schön, wenn die Crew dann wieder vollzählig ist! Erstaunlich, wie gut einer Beziehung nach langer Zeit auf engem Raum ein kurzes “Auslüften” tut. Zu Hause läuft alles gut und wir feiern ein bisschen!

Jetzt wollen wir aber die Insel kennenlernen und mieten für drei Tage ein kleines Auto. Im Westen gibt’s hohe Berge, im fast ununterbrochenen Wolkenstau und daher sehr feucht, mit wunderbarem Regenwald und vielen traumhaften Wasserfällen zum Baden. Natürlich ist man nicht allein hier, aber es geht sich für alle aus. Genau zum richtigen Zeitpunkt wird plötzlich sogar der fast 1.500 m hohe Gipfel des Vulkans “La Souffriere” wolkenfrei. Wir ändern sofort unsere Route und fahren bzw. gehen fast ganz hinauf. Beeindruckend!

Das Bild vom Kindergarten entstand – natürlich ungewollt und naiverweise – illegal, denn das Fotographieren von Kindern ist auf allen Inseln hier weder erwünscht noch erlaubt – aus Angst von Pädophilie!

Der Ostteil der Insel, vom Rest durch einen Fluß mit Mangrovenufern getrennt, ist relativ flach und häufig von Zuckerrohrfeldern bedeckt. Lediglich die äußersten Kaps zeigen steile Klippen oberhalb der Atlantikbrandung. Es gibt hier viele Kilometer von langen, einsamen Stränden, ein paar touristische Orte und Naturschutzgebiete. Alle Straßen sind so gut wie in Europa.

Pointe a Pitre selbst (übrigens nicht die Hauptstadt!) verbindet irgendwie den Grind von karibischen Slums und europäischen Plattenbauten aus den Achzigerjahren. Nicht ganz so toll. Außer chinesischen Dessous, einem Trödlerladen für Bootsklumpert und dicke, freundliche, braune Damen, die hier auf den Zufahrtsstraßen jeweils zu zweit mit ihrem Strickzeug auf Freier warten, gibt’s wenig Highlights. Eric, ein örtlicher Spezialist für Yachtelektronik, den wir durch Zufall kennenlernen, läßt es sich nicht nehmen, mit seiner Freundin auf Voodoochile für uns Samoussa zu kochen, eine Spezialität aus Mauritius.

Da wir immerhin schon April haben und es bis Trinidad vor Venezuela noch weit ist, müssen wir trotz der Schönheit Guadeloupes langsam wieder in die Gänge kommen. Für die Hurrikan-Saison im kommenden Sommer haben wir in Trinidad einen sicheren Platz in einer Werft reserviert und sollten bis Ende Juni dort sein.

Bei der Abfahrt gibt’s wieder einmal viele winkende Freunde. Da unsere Backbordmaschine immer ernsthaftere Symtome eines Hinterwand-Infarktes zeigt, motoren wir mit dem rechten Motor sehr langsam bis zum vorgelagerten Inselchen Ilet de Gosier, wo wir noch einmal ankern und Uli mit dem Tauchgerät (nochmals danke, Pidi und Ali!) das ganze Unterwasserschiff putzt.

Schau’mer mal, ob wir morgen nicht doch einmal Halbwind nach Dominica bekommen.

 

Liebe Grüße

Uli & Peer

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